Am 15. Januar 2025 war THERALETIKA genau ein Jahr geöffnet. An diesem Abend erzählte Ruben bei PhysioGO, wie wir unsere Praxis geplant haben und was uns im ersten Jahr beschäftigt hat. Gemeinsam mit Sebastian Hecker aus Wiesloch sprach er über den Weg in die Selbstständigkeit. Dagmar Schlaubitz von Physio Deutschland moderierte das Gespräch.
Die beiden bringen unterschiedliche Erfahrungen mit: Ruben hat mit Robin eine neue Praxis gegründet. Sebastian ist in die familiengeführte Praxis eingestiegen und entwickelt sie weiter. Im Austausch geht es um Entscheidungen, die im Alltag einer Praxis spürbar werden, vom Platz für Therapie bis zur Frage, welche digitalen Abläufe tatsächlich helfen.
Ein Umweg führte Ruben zur Physiotherapie
Ruben hat zunächst Architektur in Darmstadt studiert. Erst während des Studiums fragte er sich, ob er diesen Beruf über viele Jahre ausüben wollte. Sein Interesse lag im Bereich Sport und Medizin. Bei der Suche nach einer passenden Ausbildung kam er zur Physiotherapie.
In Heidelberg absolvierte er ein ausbildungsintegrierendes Studium und erwarb den Bachelorabschluss sowie die Berufszulassung als Physiotherapeut. Die eigene Praxis war eine der Möglichkeiten, die ihn an diesem Beruf reizten. Im Gespräch erzählt er auch, dass die spätere Gründungspartnerschaft mehrere Anläufe brauchte.
Räume planen, in denen man arbeiten möchte
Bei der kurzen Praxistour erklärt Ruben, welche Überlegungen hinter unseren Räumen steckten. Fünf Behandlungsräume und ein großer Trainingsbereich sollten Platz für die geplante therapeutische Arbeit bieten. Ein größerer Behandlungsraum war unter anderem für Ersttermine gedacht. Auch das Umfeld am Paradeplatz lässt sich für Bewegung nutzen.
Zur Planung gehörten ebenso die Bereiche, die Patienten normalerweise nicht sehen: eine Mitarbeiterküche mit einem bequemen Essplatz und ein eigenes Büro für die Aufgaben neben der Therapie. Ruben spricht darüber, wie wichtig uns diese Räume von Anfang an waren.
Die Größe der Praxis war eine bewusste Abwägung. Wir wollten Raum haben, um uns weiterzuentwickeln und ein Team aufzubauen. Gleichzeitig mussten die laufenden Kosten tragbar bleiben. Im Gespräch beschreibt Ruben den Moment, in dem aus dieser Planung eine verbindliche Entscheidung wurde: die Unterschrift unter dem langfristigen Mietvertrag.
Gemeinsam gründen heißt gemeinsam arbeiten
Bevor Ruben und Robin zusammen starteten, hatte Ruben bereits mit anderen möglichen Partnern geplant. Einige Vorhaben kamen nicht zustande; bei einem anderen merkte er im Planungsprozess, dass die Zusammenarbeit nicht passte.
Gerade deshalb schätzt er die gemeinsame Gründung mit Robin. Sein Rat im Gespräch ist aus dieser Erfahrung entstanden: Wer zusammen gründen möchte, sollte auch zusammen planen und an konkreten Aufgaben arbeiten. Dabei zeigt sich, ob beide Initiative übernehmen und Verantwortung tragen.
Für uns war die Partnerschaft im ersten Jahr besonders wertvoll. Die Praxis entwickelte sich schneller und wurde größer, als ursprünglich gedacht. Dass sich die Aufgaben auf zwei Schultern verteilen ließen, hat Ruben im Gespräch ausdrücklich hervorgehoben.
Digitale Abläufe müssen im Alltag helfen
Sebastian berichtet ausführlich über die Digitalisierung seiner Praxis, etwa über digitale Aufnahmebögen, Tablets und die interne Kommunikation. Ruben beschreibt den damaligen Stand bei THERALETIKA bewusst differenziert.
Ein kleines Beispiel sind automatische Terminerinnerungen. Sie können Missverständnisse sichtbar machen und die Verwaltung entlasten. Zugleich erzählt Ruben, dass er seine Therapiedokumentation damals selbst mit Stift und Papier führte, nachdem er den digitalen Weg ausprobiert hatte. Die Praxissoftware und mobile Geräte boten dem Team trotzdem digitale Möglichkeiten.
Die digitale Patientenakte war für ihn ein wichtiger gemeinsamer Ort für Unterlagen. Außerdem arbeitete das Team zu dieser Zeit daran, Fragebögen für die Verlaufskontrolle einzuführen. Im Gespräch erläutert Ruben, warum solche dokumentierten Ausgangs- und Verlaufswerte beim Austausch im Team und mit Patienten hilfreich sein können. Das Video zeigt hier einen Arbeitsstand vom Januar 2025.
Mit dem Team wächst die Verantwortung
Im ersten Jahr ging es bald um mehr als die Entscheidungen zweier Gründer. Mit den Mitarbeitern wuchs auch die Verantwortung, die Praxis wirtschaftlich zuverlässig zu führen. Ruben spricht darüber, dass sich Praxisinhaber mit ihren Kosten und Einnahmen beschäftigen müssen, auch wenn sie vor allem gerne therapeutisch arbeiten.
Der Businessplan war für uns dabei mit einer konkreten Erwartung verbunden: Die Praxis sollte zu einem geplanten Zeitpunkt ihre laufenden Ausgaben decken können. Gleichzeitig berichtet Ruben offen von langen Arbeitswochen und davon, wie viel Zeit neben den Behandlungen in den Aufbau floss.
Auf die abschließende Frage, ob er diesen Weg noch einmal gehen würde, antwortet er klar mit Ja. Die Praxis zu entwickeln, für Mitarbeiter da zu sein und Abläufe zu verbessern, macht ihm Freude. Schon vor unserer eigenen Eröffnung hatte er an solchen Seminaren teilgenommen. Nun konnte er seine Erfahrungen an Kolleginnen und Kollegen weitergeben, die selbst über eine Gründung nachdenken.
Das ganze Gespräch ansehen
Die Aufzeichnung von PhysioGO bietet knapp 56 Minuten Einblick in zwei unterschiedliche Wege zur eigenen Praxis. Sie wurde am 27. Januar 2025 auf dem YouTube-Kanal von Physio Deutschland veröffentlicht.
Quelle: Deutscher Verband für Physiotherapie / Physio Deutschland. Aufzeichnung vom 15. Januar 2025.

